Programmidee

Arbeitsmarktmentoren Sachsen

Mit dem Programm „Arbeitsmarktmentoren Sachsen“ sollen die Potenziale von Geflüchteten und anderen Menschen mit Migrationshintergrund für den sächsischen Arbeitsmarkt erschlossen werden. Ziel der Arbeitsmarktmentor*innen ist es daher, ihre Mentees (die begleiteten Menschen) nachhaltig beruflich in Sachsen zu integrieren. Die Arbeitsmarktmentor*innen begleiten die Mentees auf dem gesamten Weg in Berufsausbildung oder qualifikationsadäquate, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und unterstützen dabei auch deren (potenzielle) Arbeitgeber. Die Arbeitsmarktmentor*innen sind in ganz Sachsen im Einsatz. Insgesamt gibt es 14 Projekte mit mehr als 50 Mentor*innen. Darüber hinaus unterstützt eine fachlich-inhaltliche Programmbegleitung die Mentor*innen bei ihrer Arbeit.

Bisherige Erfolge

Das Programm wurde von Oktober 2016 bis Ende 2019 modellhaft erprobt. In der Modellphase wurden

  • über 3.000 Geflüchtete und mehr als 1.600 Arbeitgeber begleitet,
  • über 1.200 Geflüchtete in Beschäftigung vermittelt (knapp 90% davon in sozialversicherungspflichtige und qualifikationsadäquate Beschäftigung),
  • über 500 Geflüchtete in Berufsausbildung vermittelt und
  • über 100 Geflüchtete in eine abschlussbezogene Qualifizierung vermittelt.

Die Arbeitsmarktmentor*innen haben sich als wichtige Integrationsakteure in Sachsen etabliert. Das Programm wird daher seit 1. Januar 2020 mit erweiterter Zielgruppe (Familienangehörige von Geflüchteten und andere Menschen mit Migrationshintergrund) fortgeführt.

Im Jahr 2020 konnte die erfolgreiche Arbeit aus dem Modellprogramm bestätigt und weitere Erfolge erzielt werden:

  • über 1.300 Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund sowie mehr als 680 Arbeitgeber begleitet,
  • bereits über 500 Mentees in Beschäftigung vermittelt,
  • über 150 Mentees in Berufsausbildung vermittelt und
  • über 100 Mentees in eine abschlussbezogene Qualifizierung vermittelt.

Fachlich- inhaltliche Programm­begleitung

Fachlich-inhaltliche Programmbegleitung

Die fachlich-inhaltliche Programmbegleitung der Arbeitsmarktmentoren Sachsen wird als Teilprojekt im Sächsischen Flüchtlingsrat e.V. durchgeführt. Aufgabe der Programmbegleitung ist einerseits die Unterstützung der Arbeitsmarktmentor*innen als direkter Ansprechpartner bei fachlichen Fragen zu Asyl- und Aufenthaltsrecht sowie zum Zugang zu Förderangeboten. Andererseits wertet das Projekt die Erfahrungen, die im Rahmen der Einzelfallbegleitung und der Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren gesammelt werden, gezielt aus. Dadurch soll ermöglicht werden, bestehende Regel- und Förderstrukturen an die Bedarfe der Zielgruppe anzupassen sowie Best-Practice-Beispiele als auch Stolpersteine zu identifizieren.

Zu den Kernaufgaben der fachlich-inhaltliche Programmbegleitung gehören:

  • fachliche Begleitung der Mentoren-Projekte;
  • Organisation, Durchführung und Dokumentation von Fach- und Vernetzungsveranstaltungen;
  • Unterstützung des Informations- und Erfahrungsaustausches und der Vernetzung zwischen den Arbeitsmarktmentor*innen sowie mit Kooperationspartner*innen;
  • Identifikation und Transfer von Beispielen guter Praxis;
  • programmweite Öffentlichkeitsarbeit.

Fokus Arbeitgeber

Fokus Arbeitgeber

Sie möchten Geflüchtete oder andere Menschen mit Migrationshintergrund ausbilden oder beschäftigen?

Die Arbeitsmarktmentoren unterstützen Sie bei:

  • Fragen zur Beschäftigung von Geflüchteten und anderen Menschen mit Migrationshintergrund;
  • Suche nach und Inanspruchnahme von geeigneten Förderangeboten;
  • verwaltungstechnischen Abläufen;
  • Integration in die betrieblichen Abläufe auch über die Arbeits- bzw. Ausbildungsaufnahme hinaus.

Voraussetzungen für die Begleitung durch die Arbeitsmarktmentor*innen:

  • Ihr Unternehmen muss seinen Sitz bzw. seine Nederlassung in Sachsen haben.

Bitte beachten Sie, dass sich das Angebot der Arbeitsmarktmentor*innen vorrangig an Geflüchtete und deren Familienangehörige richtet. Andere Personen mit Migrationshintergrund (zum Beispiel in Sachsen lebende EU-Ausländer*innen) können im Rahmen freier Personalkapazitäten begleitet werden, sofern diese noch nicht länger als fünf Jahre in Sachsen leben. 

Fokus Geflüchtete und andere Menschen mit Migrations-hintergrund

Fokus Geflüchtete und andere Menschen mit Migrationshintergrund

Sie suchen eine Arbeit oder Ausbildung?

Die Arbeitsmarktmentor*innen helfen Ihnen bei:

  • der Suche nach Sprachkursen und Qualifizierungsmaßnahmen;
  • der Suche nach Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsstellen;
  • Bewerbungen;
  • Fragen zu Arbeit und Ausbildung in Deutschland;
  • Suche nach möglichen Berufsfeldern;
  • Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Selbsthilfe;
  • Übergang in Ausbildung oder Arbeit;
  • Bewältigung von Herausforderungen vor und während der Ausbildung oder Arbeitsaufnahme;
  • Kommunikation mit deutschen Behörden.

Voraussetzungen für eine Teilnahme als Mentee:

Das Angebot der Arbeitsmarktmentor*innen richtet sich vorrangig an Personen mit Aufenthaltserlaubnis aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen und deren Familienangehörige sowie an Asylbewerber und Geduldete.

Für die Teilnahme als Mentee müssen Sie

  • einen mindestens nachrangigen Arbeitsmarktzugang haben,
  • einen Wohnsitz in Sachsen haben und
  • über ausreichende Sprachkenntnisse und Vorbildung verfügen.

Im Rahmen freier Personalkapazitäten werden auch andere Menschen mit Migrationshintergrund begleitet. Zusätzliche Voraussetzung ist, dass sie noch nicht länger als fünf Jahre in Sachsen leben.

Kooperations­partner*innen

Kooperationspartner*innen

Die Arbeitsmarktmentoren Sachsen arbeiten mit einer Vielzahl von Partnern auf regionaler, landesweiter sowie Bundesebene zusammen.

Kooperationspartner*innen auf regionaler Ebene

  • lokale, amtliche und ehrenamtliche Netzwerke
  • jeweilige Arbeitsagenturen und Jobcenter
  • sächsische Wirtschaftsverbände und Kammern

Kooperationspartner*innen auf Landesebene

  • das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), das Sächsische Staatsministerium für Soziales und gesellschaftlichen Zusammenhalt (SMS), das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK)
  • Sächsische Bildungsagenturen (SBA) und die Betreuungslehrer*innen der Vorbereitungsklassen (DaZ-Klassen)
  • der Sächsische Ausländerbeauftragte und die Ausländerbeauftragten bzw. Integrationsbeauftragten der Städte und Landkreise
  • das Verbändegespräch mit verschiedenen Akteuren aus dem staatlichen und nichtstaatlichem Bereich „Integration und Migration“ (aus dem NIMS – Netzwerk Integration und Migration Sachsen hervorgehend)
  • RD Sachsen
  • das IQ-Landesnetzwerk
  • die Esf-Landesprogramme RESQUE continued und RESQUE 2.0
  • zahlreiche Wirschäftsverbände Sachsens
  • zahlreiche Gewerkschaftsverbände

Kooperationspartner*innen auf Bundesebene

  • PRO ASYL
  • Bundesweite Wirtschaftsförderungsstrukturen
  • Bundesagentur für Arbeit