Programmidee

Fachlich-inhaltliche Programmbegleitung für das Modellprogramm „Arbeitsmarktmentoren für Geflüchtete“

Neben der Gewährleistung einer menschenwürdigen Unterbringung, der adäquaten Versorgung und der Sicherstellung fairer Asylverfahren sollte es vorrangiges Ziel sein, Geflüchtete bestmöglich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Ein wichtiger Bestandteil umfassender gesellschaftlicher Integration ist die Teilhabe am Arbeits- und Erwerbsleben. Bildung und Arbeit können dazu beitragen, Anerkennung und Selbstbewusstsein zu schaffen, sie führen zu einem selbstbestimmteren Leben durch finanzielle Unabhängigkeit und können die Bleibeperspektive verbessern. Hierbei engagieren wir uns bei der nachhaltigen Integration von geflüchteten Menschen in den ersten Arbeits- und Ausbildungsmarkt für gleichberechtigte Chancen auf Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe für alle Geflüchteten, unabhängig von deren Aufenthaltsdauer und -status.

Um den Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt für geflüchtete Menschen in Sachsen zu erleichtern, hat das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Projekten der Fachkräftesicherung unter anderem das Modellprogramm „Arbeitsmarktmentoren für Sachsen“ und die fachlich-inhaltliche Programmbegleitung eingerichtet. Im Rahmen des auf drei Jahre angelegten Programms werden in jedem sächsischen Landkreis bzw. in jeder kreisfreien Stadt Projekte mit jeweils mehreren Mentor*innen etabliert, die geflüchteten Menschen auf ihrem Weg der Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration beratend zur Seite stehen.

Arbeitsmarktmentor*innen

Das vorrangige Ziel der Arbeitsmarktmentor*innen besteht in der gezielten Vermittlung von Geflüchteten in den ersten Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. In den drei kreisfreien Städten und allen Landkreisen sollen im Rahmen von 14 teilnehmer*innenbezogenen Projekten geflüchtete Menschen nachhaltig in Ausbildung und Arbeit gebracht werden. Dabei sollen grundsätzlich Geflüchtete ohne Berufs- oder Hochschulabschluss in Berufsausbildung oder abschlussbezogene Qualifizierungen und Geflüchtete mit Berufs- oder Hochschulabschluss in qualifikationsadäquate, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geführt werden. Ein weiteres Ziel des Modellprojektes besteht in der Beratung und Sensibilisierung von Arbeitgebenden und Ausbildungsbetrieben für die Einstellung und Ausbildung geflüchteter Menschen sowie in ihrer Unterstützung bei der Integration Geflüchteter in betriebliche Prozesse.

Fachlich-inhaltliche Programmbegleitung

Seit dem 1. November 2016 wird die fachlich-inhaltliche Programmbegleitung des Modellprogrammes „Arbeitsmarktmentoren für Geflüchtete“ als Teilprogramm im Sächsischen Flüchtlingsrat e.V. durchgeführt. Aufgabe der Programmbegleitung ist einerseits die Unterstützung der Arbeitsmarktmentor*innen als direkter Ansprechpartner bei fachlichen Fragen zu den Themen Asylrecht sowie rund um den Arbeitsmarktzugang und entsprechenden qualifizierenden Maßnahmen. Anderseits wird das Projekt die Erfahrungen, die im Rahmen der Einzelfallbegleitung und der Zusammenarbeit mit allen beteiligten Akteuren gesammelt werden, gezielt wissenschaftlich auswerten. Dadurch soll ermöglicht werden, bestehende Regel- und Förderstrukturen an die Bedarfe und die Integration der Zielgruppe anzupassen sowie Best-Practice-Beispiele als auch Stolpersteine zu identifizieren.

Die fachlich-inhaltliche Programmbegleitung bietet insbesondere:

  • Erfahrungsaustausch und Vernetzung zwischen einzelnen Projektträgern
  • regelmäßige Strategie- und Entwicklungsgespräche mit den Arbeitsmarktmentoren-Programmen
  • Vermittlung von Schulungs- und Qualifizierungsangeboten
  • fachlicher Input aus Studienergebnissen, Programmen anderer Bundesländer und anderen Modellprojekten
  • Vernetzung und fachliche Unterstützung der Zusammenarbeit mit den Regelstrukturen
  • Unterstützung des Wissenstransfers in Regelstrukturen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • wissenschaftliche Begleitung und Evaluation

Kooperationspartner*innen auf lokaler Ebene

  • lokale, amtliche und ehrenamtliche Netzwerke
  • jeweilige Arbeitsagenturen und Jobcenter
  • sächsische Wirtschaftsverbände und Kammern

Kooperationspartner*innen auf Landesebene

  •  das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA), das Sächsische Staatsministerium für Gleichstellung und Integration (SMGI), das Sächsische Staatsministerium für Kultus (SMK)
  • Sächsische Bildungsagenturen (SBA) und die Betreuungslehrer*innen der Vorbereitungsklassen (DaZ-Klassen)
  • der Sächsische Ausländerbeauftragte und die Ausländerbeauftragten bzw. Integrationsbeauftragten der Städte und Landkreise
  • das Verbändegespräch mit verschiedenen Akteuren aus dem staatlichen und nichtstaatlichem Bereich „Integration und Migration“ (aus dem NIMS – Netzwerk Integration und Migration Sachsen hervorgehend)

Kooperationspartner*innen auf Bundesebene

  • PRO ASYL
  • Bundesweite Wirtschaftsförderungsstrukturen
  • Bundesagentur für Arbeit

Programmförderung

Das Modellprogramm „Arbeitsmarktmentoren für Sachsen“ und die fachlich-inhaltliche Programmbegleitung werden im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Projekten der Fachkräftesicherung vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) gefördert.